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28.03. – 31.03. San Francisco

Die Fahrt nach SF war eigentlich ganz chillig. Jedenfalls die ersten 2/3 der Tour. Dann kam die ersten 8-spurigen Highways und wir bekamen das erste Mal in diesem Urlaub das Gefühl von leichter Unbehaglichkeit. Wir haben uns immer brav abgewechselt mit der Fahrerei und ich hatte die erste Hälfte übernommen – jetzt saß Caro am Steuer. Fluch oder Segen wird sich noch zeigen. Das Navi hatte uns „vorgewarnt“, dass wir eine mautpflichtige Straße auf der Route haben. Diese Straße war allerdings eine der großen Brücken, die nach SF führen und je dichter wir kamen umso dichter wurde auch der Verkehr und umso wilder auch die Beschilderung. Kurz vor der Mautstation gab es fett Stau auf einer – man glaubt es echt kaum – 16-spurigen Straße. In eine Richtung wohlgemerkt. Wir waren so mega froh, als wir für 6 schmale Dollar dann endlich da durch waren. Runter von der Brücke und DANN kam die volle Packung: Einbahnstraßen, Rush Hour im Financial District, Straßenanstiege (und selbstverständlich auch –gefälle) von mehr als 9% - also quasi fast senkrecht – und wir mittendrin. Ich hab mein Bestes gegeben, um eine panisch-hysterische Caro zu beruhigen und motivieren. Half nix. Sie war kurz vor Heulkrampf. Aber die Blöße wollte sie sich dann wohl doch nicht geben. Also wurde ich kurzerhand einfach zusammengebrüllt. Wenn’s hilft?!  Laut Navi nur noch 1,2 km und 12 Minuten. Sieht doch gar nicht so schlimm aus. Hmm..ja..nee….eine knappe Stunde später haben wir das Auto auf dem Motelparklatz abgestellt und beschlossen, es für die Dauer unseres Aufenthalts hier keinen Millimeter zu bewegen. Autofahren in dieser Stadt ist die Hölle! Ähm, und unser Motel war leider auch nicht so der Bringer inklusive dem unfreundlichsten Inder an der Rezeption, den man sich vorstellen konnte. Egal. Wir sind ja nur zum Pennen hier Abends haben wir noch fix den Supermarkt gegenüber ausgecheckt und Frühstückssachen ergattert. Mal gucken wie der Tag morgen so wird.

 

Am Sonntag sind wir ausgeschlafen und mit guter Laune Richtung Fisherman’s Wharf marschiert. Sah auf der Karte auch dichter aus und lag letztlich doch eine gute Stunde Fußmarsch entfernt wie sich herausgestellt hat. Wettertechnisch war es hier an der Küste deutlich kühler (ca. 16-22 Grad) und gerade unten am Wasser ging immer ein frischer Wind. Am Pier39 haben wir uns erst mal eine Bank direkt mit Blick auf Alcatraz gegönnt. Herrlich. Hier lässt es sich aushalten. Sonne im Gesicht, Wind um die Nase und den Blick aufs Meer. Danach weiter zum der kleinen „Vergnügungsmeile“ auf dem Pier, mit lauter kleinen Geschäften voller Tourizeugs…Klamotten, Essen und so sinnlosen Sachen wie Aschenbecker mit GoldenGate Brücke drauf ^^ Ok, wir haben auch zwei T-Shirts gekauft. Aber Schöne Am Ende des Piers gab es mehrere Pontons auf denen sich die Seelöwen immer tummeln. Soooo süüüüss!!! So dicht und in Freiheit haben wir diese Tiere noch nie gesehen und trotz wirklich fiesem kalten Wind vom Pazifik, standen wir bestimmt eine halbe Stunde an der Brüstung und haben fasziniert beobachtet, was die so treiben. Die meisten haben sich allerdings für das Entspannungsprogramm entschieden….rumliegen, auf die Seite drehen, den Nachbarn angrunzen, mit der Flosse am Bauch kratzen und weitersonnen

Danach ging es weiter Richtung Chinatown. Zwischen uns und dem Chinesenviertel liegen allerdings die sogenannten „Russian Hills“. Und die heißen leider nicht nur so, weil sich’s schöner anhört…die sind auch verdammt steil. Man konnte immer nur ein paar Meter laufen und hatte sofort einen Pulsfrequenz im roten Bereich. Alter Schwede. Wohnen will man hier auch nicht. Alleine das Einparken an so einer Steigung ist schon ungeil (neben uns wollte einer aus dem Auto aussteigen, der hat kaum die Tür aufgekriegt), aber Hochlaufen mit vollen Einkaufstüten im Hochsommer stelle ich mir persönlich als suizidale Vorstufe vor. Aber auch diese Hürde konnten wir hinter uns lassen und haben Chinatown und den Union Square erkundschaftet. Gegessen haben wir übrigens bei „Blondie’s Pizza“ Lecker war’s! Achja, und die obligatorische Fahrt im Cable Car mussten wir selbstverständlich auch noch mitnehmen. Die hat sich auch sehr gelohnt..wir durften beide draußen beim „Bremser“ stehen, der auch zu den einzelnen Stationen und Ausblicken immer einen coolen Spruch auf Lager hatte und sich köstlich mit (oder vermutlich eher über) uns amüsierte. Während des Tages haben wir uns dann auch beide den ersten fetten Sonnenbrand – trotz Eincremen – eingesackt. Doof.

Fortsetzung folgt….

 

2 Kommentare Katja am 12.4.15 17:55, kommentieren

Tag 8 – 28.03. – Yosemite

Am nächsten Tag geht es in den Yosemite National Park. Der Eingang ist nur knapp 20min von unserem Motel entfernt. Allerdings muss man bis zum Besucherparkplatz noch gute 25min weiterfahren. Und was passiert? Vermutlich ist mir morgens der Kaffee nicht so gut bekommen, jedenfalls kriege ich mitten im Wald eine wirklich WIRKLICH fiese Bauchkrampfattacke und habe keine Immodium griffbereit. Geilo. Caro fährt und amüsiert sich köstlich über mein „Problem“. Hinter und vor uns Autos und ansonsten Wald. KEIN KLO. Ich raste aus. Das gibt’s doch nicht. Wenn man keins braucht, steht alle 100 Meter so ein Drecks-Dixie…aber wehe, man ist drauf angewiesen Links und rechts bieten sich immer wieder tolle Ausblicke, für die ich leider wenig übrig habe, weil auch die kurvige Fahrerei mit permanentem Rauf und Runter nicht gerade förderlich für mein Wohlbefinden ist. Nach 15 weiteren quälenden Minuten steigt Caro auf die Bremse und hält vor einem Holzhäuschen an einem der Trails. Ich raus aus dem Auto und dann folgten die schlimmsten Minuten meines Lebens auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Außer vielleicht darauf, dass es ein Dixie aus der Steinzeit war. Dreckig. Übelriechend. Ohne Licht. Ohne Seife. Ohne Wasser. Eigentlich ohne irgendetwas, was unsere Hygieneanforderungen in irgendeiner Weise befriedigen würde. Lediglich ein dunkles Loch und eine Tür, die vermutlich auch nicht abschließbar war.

Nachdem das überstanden war, konnte ich mich der Schönheit des Parks auch wesentlich besser widmen  Auch hier hat uns gleich nach dem Abstellen des Autos ein Reg begrüßt und keine 5 Minuten später konnten wir auch einen Kojoten beobachten. Großartig! Die nächsten 4 Stunden verbrachten wir mit Laufen. Erst zu einem der entfernteren Ziele, dem „Mirror Lake“. Ein See aus Schmelzwasser, der im Frühjahr das Bergprofil wiederspiegelt. Wunderschön und ein lohnenswerter Marsch muss ich sagen. Dann sind wir noch zu den „Yosemite Falls“ gelaufen. Die ca. 450m hohen Wasserfälle sind auch ein beliebtes Postkartenmotiv und auch jetzt sind viele Besucher hier, die alle auf ein Foto aus sind. Lustig ist übrigens die Tatsache, dass 80% der Japaner/ Chinesen einen Selfie-Stick dabei hat und von diesem auch hemmungslos in allen möglichen Positionen Gebrauch machen ;-)

Es fällt uns schwer, diesen märchenhaften Ort wieder zu verlassen. Man fühlt sich – trotz der Besuchermassen – wieder auf das Wesentliche reduziert. Kein Wunder, dass viele Amerikaner hier lange Wochenenden verbringen oder sogar ganze Wochen. Die Natur ist einzigartig und traumhaft schön. Wir konnten leider nur einen winzigen Bruchteil sehen und würden allen empfehlen, hier mindestens 2 Tage einzuplanen.

Katja am 7.4.15 06:16, kommentieren

Tag 7 – 27.03. - Weiterfahrt nach Buck Meadows / Yosemite

Die Fahrt nach Buck Meadows führt uns wieder durch die so typische Berglandschaft bis zu 2500m hoch – und natürlich auch wieder runter - über schmale Serpentinenstraßen. Wir brauchen knapp 4 Stunden und müssen immer wieder anhalten, weil jede neue Bergkuppe und jede Kurve neue Blickwinkel auf die Gegend ermöglichen. Als wir immer weiter ins Nationalparkgebiet vordringen, frage ich mich, ob irgendwo noch mal eine Tankstelle kommt, denn wir haben zwar noch gut ¼ Inhalt...das reicht jetzt aber auch nicht wirklich bis in alle Ewigkeit. Immer wieder fahren wir in Ranches und kleinen Häuschen vorbei. Die müssen doch auch irgendwo das Benzin herbekommen denken wir uns und fahren mit sehr viel Optimismus weiter in die Berge. Und tatsächlich…10 km bevor wir unsere Travellodge mitten im Wald erreichen, gibt es eine Tankstelle. Puuhhh, Schwein gehabt würde ich sagen J Ich würde hier ja auch gerne ein Bild von der Tanke posten, aber irgendwie streikt die Website beim Hochladen von Fotos L Denn es gab dort nicht nur Benzin, sondern auch Kerosin. Nur für WEN stellt sich mir die Frage?!? Holzfäller mit Monster-Kettensägen? *grusel* 

Unsere Lodge war eine echte Überraschung. Sehr sauber und einladend, mit ansprechendem Bad. Daumen hoch. Hier hätten wir es auch durchaus länger als einen Tag ausgehalten. Nachdem wir die Klamotten aus dem Auto geschleppt hatten, machen wir uns noch mal auf den Weg und erkunden die Gegend. Keine 2km weiter liegt ein toller Aussichtspunkt direkt an der Straße. Man kann weit über das Tal blicken – es hat hier wohl 2013 einen großen Waldbrand gegeben und man sieht noch heute die Folgen. Eine breite Schneise von verbrannten Bäumen zieht sich durch das Tal und über die angrenzenden Berge. Um zu sehen wie sich die Natur von so einer Katastrophe erholt wird hier nicht aktiv wieder aufgeforstet, sondern man überlässt den Wald sich selbst und beobachtet den Fortschritt u.a. mithilfe von Fotos, die Besucher des Aussichtspunktes an eine bestimmte Website schicken. Kurze Zeit später haben wir noch das Glück, drei Rehe aus nächster Nähe ansehen zu können. Sie traben friedlich vor uns über den Waldweg und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.

2 Kommentare Katja am 7.4.15 06:08, kommentieren

Tag 4-6 – 24.-26.03. - Las Vegas – Death Valley – Ridgecrest

Die 3 Tage in Vegas gehen fix vorbei. Wir haben uns am zweiten Tag in Vegas noch den Hoover Dam angesehen. Was auch ein abenteuerliches Unterfangen war, weil die Straße, die zum Damm führt, ausgerechnet an diesem Tag neu geteert wurde und sich der Verkehr ewig gestaut hat. Das Warten hat sich dennoch sehr gelohnt, denn der Ausblick auf so ein gigantisches Bauwerk ist allemal sehenswert.

Einen Abend haben wir uns zu Fuß den Strip von Süd nach Nord angetan und sind tapfer alles abgelaufen. Das Mirage, das Treasure Island, das Venetian und das Bellagio haben wir – natürlich – auch mitgenommen. Ich muss sagen, dass alle der 5 Sterne-Hotels sehenswert sind, aber den Glanz von früher ist schon ein bisschen abgeblättert. Es ist alles sehr überlaufen und die Touristenmassen schieben sich durch die engen Gänge in den Hotels…und knipsen alle was das Zeug hält. Man könnte meinen, man ist auf der Oscar-Verleihung bei so viel Blitzlichtgewitter ;-)

Nach guten 4 Stunden sind wir im Eimer und müssen raus aus dem Trubel. Der Weg zurück zu unserem Hotel am anderen Ende des Vegas Boulevards kommt uns ewig vor. Wir kehren noch mal in „unserem“ Mc Doof auf ne Tüte Pommes ein und das war es dann für den Tag. Am letzten Abend machen wir noch mal das Hotelcasino unsicher und versuchen uns am Glücksspiel. Sehr lustig. Der erste Automat schluckt meine drei Dollar, dreht sich einmal und dann…ENDE. Was für’n Scheiß. Ein paar Stühle weiter ist einer mit nem Wolf drauf…gutes Omen denken wir, Wolf = Hund und die bringen ja Glück…kurz abgecheckt, wie viel Einsatz der braucht…aha…nur 25 Cent…liegt schon eher in unserem Budget. Wieder nen Dollar reingeschoben und dieses Mal dreht und blinkt das Ding tatsächlich und wir können ein paar Runden spielen. Aber nach ein paar Minuten ist auch hier Feierabend. Hmm. Doof. Ich will jetzt verdammt noch mal spielen und mindestens ne Million hier rausschleppen ;-) Der Nachbarautomat sieht ähnlich aus, selbes Prinzip nur mit Zahlen statt Wolfsköpfen…Lucky 7 oder so ähnlich.  Schwups, 10 Dollar reingeschoben und nach 2 Stunden haben wir unseren Einsatz tatsächlich vervierfacht. Ich hätte ja gern noch ein wenig weitergespielt, aber Mrs. Vernünftig Herself hat mich mit einer Staatspredigt über Glücksspielsucht vom Automaten weggeschleift. Vielleicht auch besser so :-P Man weiß ja i.d.R. wo sowas endet.

 

Morgens sitzen wir gut gelaunt im Auto und machen uns auf den Weg nach Ridgecrest. Der Weg dorthin führt uns mitten durch das Death Valley. Vorsorglich haben wir noch mal vollgetankt, ordentlich Wasser eingepackt und das Kartenmaterial griffbereit. Der Weg durch das Tal ist mehr als beeindruckend, fast wie in einem alten Western. Lange staubige Straßen… naja…eigentlich nur eine lange staubige Straße, die sich durch eine bizarre Landschaft schlängelt. Ab und zu kreuzen noch andere Autofahrer unseren Weg, aber das ist eher die Ausnahme. Es sind fast 38 Grad hier draußen. Verhältnismäßig wenig – es ist ja noch Frühjahr – aber ich möchte nicht wissen, wie es sich bei 54 Grad anfühlt auf dem sogenannten „Golfplatz des Teufels“, einer von Sand und Salzkruste definierten Hügellandschaft. Unser Weg führt uns über Höhenunterschiede von gut 1.500 Metern und tatsächlich weht auch so ein „Gewölle“ mal vor unserem Auto über die Straße. Wie geil! Wir trauen uns nicht große Umwege zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in der Wüste zu machen, weil wir die Entfernungen nicht einschätzen können und die nächste Tankstelle Gott weiß wo ist. Aber auch ohne die touristischen Magnete, wie Dante’s View oder Bad Water, ist die Etappe ein Erlebnis. Immer mal wieder müssen wir aussteigen und ein paar Schritte in unterschiedlichem Gelände machen. Mal Dünen voller Sand, mal Geröll, mal buschbewachsene Felsen. Unglaublich, wie viel „Nichts“ es hier gibt und wie schön „Nichts“ sein kann J

Eines der schrägsten Orte auf dieser Route war zweifelsfrei Searles. Erst dachten wir, es sei eine von diesen Geisterstädtchen. Die Häuser teilweise sehr zerfallen und man konnte die vielleicht ehemals vorhandene Wohnlichkeit nur noch schwer erahnen. Aber es gab dort eine Salzfabrik, die das Salz aus einem der nahegelegenen Seen abbaut. Und tatsächlich…irgendwann kamen uns auch mal Autos und Menschen entgegen ;-) Wir sind glaube ich mit Tempo 20 durch den Ort geschlichen, weil wir so fasziniert von der antiquierten Atmosphäre waren. Achja…und dann gab es noch diese Massen von Raupen. Die waren ÜBERALL. Und besonders auf der Straße. Mir hat das Herz schon ein wenig geblutet, weil ich natürlich nicht jeder einzelnen von ihnen ausweichen konnte. Aber es waren Hunderttausende, die emsig ihre 1000 Beinchen in die Hand nahmen, um unbeschadet über die breite Straße zu kommen.  Hat bedauerlicherweise nicht für jede geklappt L

Kurze Zeit später haben wir unser Motel in Ridgecrest erreicht (zugegebenerweise haben wir uns gefragt, wo wir laden würden, nachdem wir Searles für die letztmögliche zivilisierte Stelle gehalten haben…rundrum war kein Ort mit bloßem Auge auszumachen) und waren angenehm überrascht, wie schön der Ort und auch das Motelzimmer sind.  Augen zu. Und Tiefschlaf ;-)

4 Kommentare Katja am 3.4.15 05:16, kommentieren

Katja am 30.3.15 19:15, kommentieren